{"id":548,"date":"2018-03-21T08:54:59","date_gmt":"2018-03-21T07:54:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.doreen-gehrke-verlag.de\/?p=548"},"modified":"2020-07-10T16:31:41","modified_gmt":"2020-07-10T14:31:41","slug":"kathrin-alles-nur-nicht-arbeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.doreen-gehrke-verlag.de\/?p=548","title":{"rendered":"Kathrin \u2013 Alles, nur nicht arbeiten!"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.22&#8243;][et_pb_row _builder_version=&#8220;3.25&#8243; background_size=&#8220;initial&#8220; background_position=&#8220;top_left&#8220; background_repeat=&#8220;repeat&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.25&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; link_text_color=&#8220;#515151&#8243; text_orientation=&#8220;justified&#8220;]<\/p>\n<p>Noch sind es zwei Minuten bis Kathrins \u00e4ltestes Kind Emilia aufstehen wird. Sie wird ins Badezimmer gehen, sich waschen und sich die Z\u00e4hne putzen. Zur\u00fcck im Zimmer wird Emilia sich die Sachen anziehen, die sie sich gestern Abend schon bereitgelegt hat. Die T\u00fcr des Kleiderschranks knarrt immer so f\u00fcrchterlich, sodass sie ihren kleinen Bruder Max, mit dem sie sich ein Zimmer teilt, wecken w\u00fcrde und das m\u00f6chte Emilia nicht. Sie ist die gro\u00dfe Schwester von Leon und Max, die f\u00fcnf und drei Jahre alt sind. Emilia ist schon acht und geht zur Schule. Sie wei\u00df, sie ist verantwortlich f\u00fcr ihre beiden Br\u00fcder. Wieder im Badezimmer wird sie sich noch schnell die Haare k\u00e4mmen und zu einem Pferdeschwanz binden. An den Seiten steckt sich Emilia immer die roten Haarspangen in die Haare, die sie von Oma geschenkt bekommen hat. Oma sagte, so k\u00f6nne Emilia jeden Tag an sie denken und Oma w\u00fcrde jeden Tag an sie denken, weil sie wei\u00df, dass Emilia ihre roten Haarspangen tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Die zwei Minuten sind um. Emilia rollt sich aus ihrem Bett und erledigt ihre Morgenroutine. Danach weckt sie Leon und Max. Der j\u00fcngere von beiden, das kleine M\u00e4xchen, findet es toll, wenn seine gro\u00dfe Schwester ihm schon morgens seine Lieblingsgeschichte erz\u00e4hlt. Erst dann steht er auf, keinen Moment fr\u00fcher. Emilia hilft den Jungs im Badezimmer und beim Anziehen. Ihre Taschen packen sich beide selbst. Max ist ganz stolz auf sich, dass er das schon alleine kann. Als alle drei f\u00fcr Schule und Kindergarten fertig sind, geht Emilia in das Schlafzimmer der Eltern und weckt ihre Mutter. Der Vater ist im Moment nicht zu Hause. Er ist Fernfahrer und sieht seine Kinder nur am Wochenende. Aber Emilia sieht er meistens nur kurz am Samstagnachmittag, wenn er nach seiner anstrengenden Arbeit erholt aufgestanden ist. Denn am Sonntag wird sie von ihrem richtigen Vater abgeholt. Darum nennt Emilia den Mann ihrer Mutter auch Andreas und nicht Vater. Max und Leon verstehen das. Ihre gro\u00dfe Schwester hat es ihnen erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Emilias Mutter Kathrin stampft ins Badezimmer. Kurz zuvor hat sie ihre Tochter angeschnauzt, sie solle sich endlich mal angew\u00f6hnen, ihrer Mutter nicht ins Ohr zu schreien. Emilia macht sich aus den Worten ihrer Mutter nichts mehr. Sie denkt an ihre roten Haarspangen und geht zu den Jungs in die K\u00fcche. Leon hat die K\u00fchlschrankt\u00fcr in der Hand und guckt, ob er etwas zu essen findet. Der kleine Max lehnt vertr\u00e4umt an einem K\u00fcchenschrank und wartet, dass es zum Kindergarten geht. Dort gibt es sp\u00e4ter Fr\u00fchst\u00fcck f\u00fcr die beiden Jungs. Emilia wei\u00df, dass ihre Mutter nie einkaufen geht. Deshalb hat sie immer eine Packung Kekse bei sich, die sie mit ihren Br\u00fcdern teilt, wenn der Hunger morgens mal ganz gro\u00df ist. Heute ist so ein Morgen.<\/p>\n<p>Es sind Oma und Andreas, die mit den Kindern am Samstagnachmittag einkaufen fahren. Die Kinder lieben ihre Oma. Sie hat eigentlich immer kleine Geschenke dabei und nach dem Einkaufen geht es dann noch zu <em>McDonalds<\/em> oder <em>Burger King<\/em>. Die Jungs und Andreas halten sich dort meist in der Spielecke auf. Das findet Emilia gro\u00dfartig. So k\u00f6nnen sie und ihre Oma sich in Ruhe unterhalten.<\/p>\n<p>Leon vernascht gleich drei Kekse auf einmal und steckt sich noch welche in die Tasche. Max ist nicht nach Keksen. Er m\u00f6chte lieber zur\u00fcck ins kuschelige Bett und schlafen. Emilia redet ihm gut zu und meint, er k\u00f6nne sich gleich im Kindergarten noch mal hinlegen. Aber Max beginnt zu quengeln und stampft mit den F\u00fc\u00dfen auf den K\u00fcchenboden. Da holt ihm Emilia sein Lieblingsstofftier aus seinem Bett und versteckt es in seiner Tasche. Max und sie haben jetzt ein Geheimnis, das sie vor ihrer Mutter h\u00fcten m\u00fcssen, da diese es ja nicht mag, wenn die Jungs etwas mit in den Kindergarten nehmen. Max ist auch sofort ruhig, denn er hat mit seiner gro\u00dfen Schwester ein neues Geheimnis. Dieses Spiel mag er immer ganz besonders und grinst vor sich hin.<\/p>\n<p>Minuten sp\u00e4ter steht die Mutter vor den Kindern und fragt, ob alle fertig sind, sie seien wie immer sp\u00e4t dran. Die Kinder nicken. Schuhe haben sie schon an und gehen voraus. Vor dem Haus fegt ihnen ein kalter Wind entgegen und Emilia r\u00fcckt dem wieder quengelnden Max die M\u00fctze zurecht. \u00bbJe mehr wir uns beeilen, desto schneller seid ihr beide im Kindergarten. Dort ist es warm\u00ab, sagt sie und nimmt Max an die Hand. So trabt die Familie zum Kindergarten. Emilia mit Max voraus und Leon dicht hinter ihnen. Wenn es kalt ist, macht Leon das immer so. Im Schutz seiner gro\u00dfen Schwester geht es sich einfach besser. Ach, und hinter den dreien etwas abgeschlagen, trottet ihre Mutter hinterher.<\/p>\n<p>Vor dem Kindergarten wartet schon Beate, Leons Erzieherin. Max ist in einer anderen Gruppe. Aber die Sabine, die f\u00fcr den Kleinsten verantwortlich ist, findet Emilia auch ganz nett. Sie ist froh, dass ihre Br\u00fcder gerne in den Kindergarten gehen, selbst wenn es ihnen manchmal schwerf\u00e4llt, so fr\u00fch aufzustehen. Beate knuddelt die Jungs und fragt deren Mutter, ob sie an den Kuchen denkt, der f\u00fcr die Halloween-Feier am Freitag eingeplant ist. Kathrin nickt und erkl\u00e4rt, dass sie das zeitlich schafft und der Kuchen schon rechtzeitig da sein wird. Emilia guckt versch\u00e4mt zu Boden und denkt an ihre Oma. Wie immer wird sie und nicht ihre Mutter einen ganz tollen Kuchen backen. Emilia wei\u00df das und Beate wei\u00df das auch.<\/p>\n<p>Die Jungs umarmen ihre Schwester und das M\u00e4xchen gibt ihr sogar einen Kuss. Dann laufen beide mit einem \u00bbBis sp\u00e4ter, Mutti\u00ab in das warme Haus. Emilia und ihre Mutter verabschieden sich von Beate und gehen Richtung Einkaufsstra\u00dfe. Die Erzieherin bleibt noch eine Weile in der K\u00e4lte stehen. Andere M\u00fctter und V\u00e4ter bringen ihre Kinder in den Kindergarten und Beate k\u00f6nnte sie alle drinnen im Warmen begr\u00fc\u00dfen. Doch drau\u00dfen kann sie das sehen, was sie eigentlich nicht sehen m\u00f6chte. Aber Emilias Vater braucht Augenzeugen, braucht Beweise. Kurz bevor Emilia mit ihrer Mutter in die Einkaufsstra\u00dfe abbiegt, passiert es auch \u2013 ein Fauststo\u00df gegen Emilias Schulter.<\/p>\n<p>Beate sieht, wie sehr die beiden Jungs ihre Schwester m\u00f6gen und sie wei\u00df, wie sehr sie Emilia brauchen. Jeder sieht das und jeder wei\u00df das, auch deren Mutter. Was soll nur aus ihren Br\u00fcdern werden, wenn Emilia zu ihrem Vater kommt, fragt sich Beate, als sie ins Haus geht.<\/p>\n<p><em>B\u00e4cker Junge<\/em> ist Kathrins allmorgendlicher Treffpunkt mit ihren Freundinnen. Dort warten sie schon auf sie und winken ihr zu, als sie Kathrin mit ihrer Tochter sehen. Sie umarmt Emilia, gibt ihr einen Kuss auf die Stirn und fragt, ob sie alles dabei hat. Emilia nickt, dreht sich um und l\u00e4uft w\u00fctend weg. Kathrins Freundinnen kennen das schon und als Kathrin bei ihnen sitzt, fragt Melanie sie auch gleich, ob ihre Tochter wieder nicht aus dem Bett kommen wollte. Kathrin zuckt mit den Schultern und erz\u00e4hlt ihren Freundinnen, sie wisse nicht mehr, was sie machen solle. Emilia zicke nur noch rum, maule den ganzen Tag und bringe sie zur Verzweiflung. Die Frauen bedauern sie. Melanie spricht ihr gut zu und sagt: \u00bbDas ist nur so eine Phase mit der Kleinen. Wenn die Jungs erst einmal gr\u00f6\u00dfer sind, dann wird sie schon ruhiger werden.\u00ab Kathrin f\u00fchlt sich gleich viel besser. Motiviert springt sie von ihrem Platz auf und geht zur Theke, um sich Fr\u00fchst\u00fcck zu bestellen. Einen gro\u00dfen <em>Latte Macchiato<\/em> und einmal <em>Wikinger Pute<\/em>, Kathrins Lieblingsbr\u00f6tchen. So beginnt der Tag doch gleich viel entspannter. Keinen Stress am Fr\u00fchst\u00fcckstisch, es muss nichts aufger\u00e4umt werden und mit Erwachsenen kann man sich einfach besser unterhalten.<\/p>\n<p>Unterdessen bei\u00dft Emilia von der Stulle ab, die ihr ihre Freundin Franziska abgibt, wenn Emilia morgens der Magen knurrt. Die M\u00e4dchen treffen sich immer eine Stra\u00dfe weiter. Franzi kann gar nicht glauben, dass Emilias Mutter das ganze Essen, was am Wochenende eingekauft wird, schon die ersten Tage aufgegessen haben soll. Aber sie sieht ja, wie hungrig ihre Freundin manchmal ist und gibt ihr dann gerne ihr Essen. Das f\u00e4llt Franzi auch leicht, weil sie morgens immer viel zu viel ist, wie sie selber sagt. Aber ihre Eltern stehen extra fr\u00fcher auf, damit sie mit ihr und ihrer Schwester fr\u00fchst\u00fccken k\u00f6nnen. Da k\u00f6nne Franzi gar nicht anders, als sich den Haferschleim reinzustopfen, den ihr ihre Mutti morgens kocht. Fr\u00fcher war das nicht so. Aber seitdem sie wei\u00df, was morgens bei Emilia los ist und dass sie und ihre Geschwister kein Fr\u00fchst\u00fcck bekommen, w\u00fcrgt sie sich den Schleim herunter. Ihre Eltern sind ganz erstaunt, wenn ihre Tochter auch mal eine zweite Portion haben will. Meistens ab Mittwoch. Franzi hat ihren Eltern erkl\u00e4rt, dass sie ab Mitte der Woche immer mehr Power br\u00e4uchte, weil sie von den ersten Schultagen schon so gefordert worden w\u00e4re. Franziska und Emilia sind beste Freundinnen.<\/p>\n<p>Kurz vor Beginn der dritten Schulstunde verabschieden sich zwei der Frauen von Kathrin und Melanie, denn sie m\u00fcssen arbeiten. Um zehn Uhr \u00f6ffnen die Gesch\u00e4fte in der Einkaufsstra\u00dfe. Da wird es Zeit, sich auf den Weg zu machen. Kathrin und Melanie w\u00fcnschen den beiden, dass sie den Tag schnell und gut \u00fcberstehen. Sie sollen sich nicht von ihren Chefinnen \u00e4rgern lassen. Die k\u00f6nnen froh sein, dass sie sie haben. Melanie fl\u00fcstert Kathrin ins Ohr: \u00bbOder sie machen krank. Dann guckt Chefin dumm aus der W\u00e4sche.\u00ab Beide lachen und sind bereits voll in ihren Element. Die zwei Frauen haben noch gar nicht ganz das Caf\u00e9 verlassen, da meint Kathrin zu ihrer Freundin, die beiden seien einfach zu doof, um gelassen durchs Leben zu gehen. \u00bbJa, genau\u00ab, stimmt Melanie ihr zu und sagt: \u00bbSie sagen immer, sie brauchen eine Besch\u00e4ftigung und ein bisschen was f\u00fcr die Rente sei ja auch nicht schlecht.\u00ab Sie kichern. \u00bbDa fallen mir aber bessere Besch\u00e4ftigungen ein, als arbeiten zu gehen\u00ab, f\u00fcgt Kathrin hinzu und erz\u00e4hlt Melanie von ihrem neuen Punktestand bei <em>Assassin`s Creed Syndicate<\/em>, zurzeit ihr Lieblingsspiel mit der <em>XBox One<\/em>. Melanie ist ein Fan von Soap Operas. Aber nur die amerikanischen, andere k\u00f6nnte man ja nicht gucken. Am besten gef\u00e4llt ihr <em>How I met your Mother<\/em>, weshalb sie sp\u00e4testens um 12 Uhr zu Hause sein muss. Aber bis dahin wird noch gel\u00e4stert, was das Zeug h\u00e4lt. Jeder Gast, der sich bei <em>B\u00e4cker Junge<\/em> aufh\u00e4lt, kommt oder geht, ist Zielscheibe ihrer L\u00e4stereien. Dabei wissen sie, dass der eine oder andere Gast mitbekommt, wie sie \u00fcber die Leute herziehen. Es st\u00f6rt sie aber nicht. Nein, selbst dass die Angestellten, die vor deren Augen ihre Arbeit erledigen, h\u00f6ren, wie Kathrin und Melanie \u00fcber sie denken, ist den beiden v\u00f6llig egal.<\/p>\n<p>Da betritt eine Frau den B\u00e4cker, die Kathrin bekannt vorkommt. Sie wei\u00df nicht, wie die Frau hei\u00dft, aber dass sie in der Stra\u00dfe wohnt, wo ihre beiden Jungs in den Kindergarten gehen. Kathrin stupst Melanie an die Schulter und sagt: \u00bbGuck mal, Mel, die Frau, die gerade reingekommen ist. Die da mit dem schwarzen Rucksack.\u00ab \u00bbJa, sehe ich. Was ist mit der?\u00ab \u00bbNa, das ist die, von der ich dir mal erz\u00e4hlt habe. Die Alte, die mich angemacht hat, als die Kleine \u00fcber ihre Beine gestolpert und hingefallen ist.\u00ab \u00bbAch, die ist das?! Na, die sieht ja schei\u00dfe aus!\u00ab, findet Melanie. Die beiden Frauen kichern.<\/p>\n<p>An der Theke hat sich ein Stau gebildet, weil kurz zuvor eine gr\u00f6\u00dfere Gruppe von Senioren das Gesch\u00e4ft betreten hat. Sicher eine Reisegruppe, wie Kathrin meint. \u00bbDie Alten kriegen ja alle noch gut Rente. Unsere Generation schuftet sich zu Tode und wird nicht ansatzweise so viel ausgezahlt bekommen wie die. Die k\u00f6nnen shoppen, die Alten.\u00ab \u00bbJa, das sage ich dir. Das ist die Kaufkraft schlechthin. Es gibt Leute, die verdienen sogar weniger als welche, die heute eine Mini-Rente kriegen. Und die einfachen Arbeiter, die m\u00fcssen dann im Alter auf der Stra\u00dfe leben. Das wird so kommen.\u00ab \u00bbJa, das ist echt zum Kotzen. Wozu \u00fcberhaupt noch arbeiten gehen?!\u00ab Ein \u00e4lteres P\u00e4rchen, das nur einen Tisch von ihnen entfernt ihren Kaffee schl\u00fcrft, dreht sich emp\u00f6rt um. Die Frau mustert die Freundinnen, runzelt nur kurz mit der Stirn und wendet sich wieder ihrem Mann zu.<\/p>\n<p>\u00bbUnd wei\u00dft du, was deine Busenfreundin so macht? Hat die Arbeit?\u00ab, fragt Melanie und zeigt dabei auf die Frau, von der Kathrin gesprochen hat. \u00bbIch habe geh\u00f6rt, sie soll von zu Hause aus arbeiten. Das h\u00e4tten ihre Nachbarn erfahren, als sie den Vermieter mal gefragt haben. Der wisse aber nicht, was sie macht. Nur, dass die Miete nicht vom Amt kommt.\u00ab Beide starren die Frau an. Das bemerkt sie, als sie endlich bedient wird. Die Frau bestellt vier <em>Hansebr\u00f6tchen<\/em> und ein <em>Franzbr\u00f6tchen<\/em>. \u00bbF\u00fcr die n\u00e4chsten zwei Tage und das <em>Franzbr\u00f6tchen<\/em> zum Naschen\u00ab, glaubt Kathrin zu wissen und beide Frauen kichern wieder. Als die junge Frau bezahlt hat und ihre T\u00fcte Br\u00f6tchen von der Theke nimmt, dreht sie sich zu den beiden Freundinnen und macht demonstrativ eine Handbewegung, die zeigen soll, sie bemerke deren Getratsche. Melanie ahmt die Frau nach und ber\u00fchrt mit ihrem Daumen ihre Finger, immer auf und ab. Die Frau grinst und verl\u00e4sst das Gesch\u00e4ft.<\/p>\n<p>\u00bbAlso, das ist ja eine arrogante Kuh!\u00ab, zischt Melanie sichtlich ver\u00e4rgert ihrer Freundin zu. \u00bbWas glaubt die, wer die ist?\u00ab \u00bbNa ja, wahrscheinlich denkt sie, sie sei was Besseres. Aber wei\u00dft du, wenn die tats\u00e4chlich selbstst\u00e4ndig ist und von zu Hause aus arbeitet, dann ist sie sicher den ganzen Tag mit ihrer Arbeit besch\u00e4ftigt. Also, ich habe sie jedenfalls noch nie mit einem Mann gesehen, der sie finanziell unterst\u00fctzen k\u00f6nnte\u00ab, wei\u00df Kathrin zu berichten. \u00bbAch, solche Weiber sind ja noch bescheuerter als unsere beiden Boutiquen-Spezis. Da haben wir es doch viel besser.\u00ab<\/p>\n<p>Bis etwa halb zw\u00f6lf sitzen beide bei <em>B\u00e4cker Junge<\/em> und spulen ihre Vormittagsroutine ab, ganz entspannt ohne Zeitdruck. Als sich beide \u00fcberschw\u00e4nglich verabschieden, fl\u00fcstert Melanie ihrer Freundin ins Ohr, ihr s\u00fc\u00dfes Geheimnis sei bei ihr sicher. Kathrin und Melanie sind beste Freundinnen.<\/p>\n<p>Zu Hause macht es sich Kathrin im Wohnzimmer auf der Couch gem\u00fctlich. Vorher war sie noch schnell im Supermarkt und hat sich etwas zum Naschen gekauft. Das macht sie immer, wenn sie wei\u00df, sie m\u00f6chte den Nachmittag mit ihrer <em>XBox One<\/em> verbringen. Schokolade, Gummib\u00e4rchen oder Chips. Heute sind es die Chips, sch\u00f6n scharf mit vier Chilischoten auf der T\u00fcte. Viel wichtiger als die Nascherei ist nat\u00fcrlich die Ruhe. Die Ruhe vor dem Sturm, wie Kathrin so gerne sagt. Emilia wird bis vier Uhr im Hort sein und die Jungs werden auch so um die gleiche Zeit von ihrer Oma abgeholt. Gut, dass meine Mutter noch arbeitet, sagt sich Kathrin manchmal. Wenn sie noch solange arbeite bis die Kleinsten aus dem Gr\u00f6bsten raus sind, dann ginge das schon.<\/p>\n<p>Nach etwa einer halben Stunde, als Kathrin gerade so sch\u00f6n in Fahrt ist, steht pl\u00f6tzlich ihr Mann neben ihr. Vor Schreck erstarrt, fragt sie sich, was er jetzt wohl sagen wird. Andreas ist fassungslos. Er zuckt mit den Schultern, sch\u00fcttelt den Kopf und tigert von T\u00fcr zum Fenster und wieder zur\u00fcck zur T\u00fcr. Schlie\u00dflich sagt er: \u00bbMir hast du gesagt, du w\u00fcrdest die ganze Zeit Bewerbungen schreiben und leider immer nur Absagen bekommen. Wer wei\u00df, ob du dich \u00fcberhaupt irgendwo beworben hast. Geh\u00f6rt habe ich jedenfalls etwas anderes und ganz offensichtlich stimmt das.\u00ab \u00bbWas hast du denn geh\u00f6rt?!\u00ab, fragt Kathrin mit zittriger Stimme. \u00bbLetzten Samstag habe ich zum ersten Mal deiner Mutter mal richtig zugeh\u00f6rt und \u2026\u00ab \u00bbAch, meine gute Mutter!\u00ab \u00bbJa, deine gute Mutter. Beinahe 60 Jahre alt, hat ihr Leben lang gearbeitet und wird das auch noch die n\u00e4chsten Jahre tun. Genau die, die mir schon seit Jahren in den Ohren liegt, du w\u00fcrdest dich nicht gut um unsere Kinder k\u00fcmmern.\u00ab \u00bbIch k\u00fcmmere mich sehr wohl um die!\u00ab \u00bbHalt deinen Mund und h\u00f6r mir gef\u00e4lligst zu\u00ab, schreit Andreas aus voller Kehle. \u00bbUnd was hei\u00dft hier die?! Ich habe nicht nur mit deiner Mutter gesprochen, sondern auch mit Emilia \u2026\u00ab \u00bbAch, Emilia!\u00ab \u00bbJa, deine Tochter Emilia. Dein eigenes Fleisch und Blut, das du auch mal schl\u00e4gst, wie mir gerade vor ein paar Minuten die eine Erzieherin vom Kindergarten erz\u00e4hlt hat. Birgit oder Beate oder wie auch immer sie hei\u00dft. Sie hat heute erst wieder gesehen, wie du Emilia an die Schulter geboxt hast.\u00ab \u00bbDas war nichts\u00ab, entgegnet Kathrin. \u00bbNein, wahrscheinlich schl\u00e4gst du auch mal anders zu. Und \u2026\u00ab \u00bbUnd was, und was?!\u00ab Kathrin ist von der Couch aufgestanden und steht nun vor ihrem Mann, die H\u00e4nde auf die H\u00fcften gestemmt. \u00bbIch habe auch mit den Jungs gesprochen. Sie w\u00fcrden ohne Fr\u00fchst\u00fcck das Haus verlassen. Sobald sie im Kindergarten sind, meinte die Erzieherin, w\u00fcrden sie schon nach dem 10 Uhr Fr\u00fchst\u00fcck fragen. Und heute hatte Leon wieder Kekse dabei, die ihm seine gro\u00dfe Schwester mitgegeben hat und die er sich dann mit seinem Bruder geteilt hat.\u00ab Da begann Andreas zu weinen. \u00bbAch, jetzt h\u00f6r doch auf zu flennen und sei mal ein Mann!\u00ab \u00bbIch h\u00e4tte nie gedacht, dass mir das passiert.\u00ab \u00bbJa, jetzt denkst du wieder nur an dich.\u00ab Kathrin verh\u00f6hnt ihren Mann und \u00e4fft sein Weinen nach. Belustigt l\u00e4sst sie sich auf die Couch fallen und nimmt sich ein paar Chips. \u00bbH\u00f6r mal, Kathrin. Wenn du psychologische Hilfe brauchst, dann bekommst du sie.\u00ab \u00bbWas soll das denn jetzt?! Denkst du, ich habe eine Macke, nur weil ich nicht arbeiten gehen will?\u00ab Andreas sch\u00fcttelt den Kopf. \u00bbNein, Kathrin. Dass du nicht arbeiten gehen willst, ist dein kleinstes Problem. Ich rede hier von Vernachl\u00e4ssigung und Misshandlung.\u00ab \u00bbAha, du hast dich wohl beraten lassen.\u00ab \u00bbJa, das habe ich allerdings.\u00ab Da wird Kathrin auf einmal ganz ruhig und guckt ihren Mann erwartungsvoll an. Als dieser dann die M\u00f6glichkeit anspricht, neben einem Psychologen auch zu einem Eheberater gehen zu k\u00f6nnen, springt sie von der Couch auf und br\u00fcllt: \u00bbDu sagst mir nicht, was ich machen soll! Es wird alles sch\u00f6n so weitergehen wie bisher. Andernfalls schmei\u00df ich dich raus und du wirst deine Kinder nur noch am Wochenende sehen. Und ob du diesen Stress haben willst, das werden wir ja sehen. Jetzt, da ich wieder schwanger bin.\u00ab Andreas l\u00e4chelt und nickt dabei. \u00bbWas grinst du so? Glaubst du nicht, dass ich ein Kind erwarte?\u00ab \u00bbDoch Kathrin, das glaube ich dir sofort.\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unverk\u00e4uflicher Text von Doreen Gehrke. Die Verwendung dieses Textes, ob nun auszugsweise oder in vollem Umfang, ist ohne schriftlicher Zustimmung von Doreen Gehrke urheberrechtswidrig. Auch eine \u00dcbersetzung des Textes sowie die Verwendung in elektronischen Systemen ist strafbar.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/787d4bbcba1d4262a1f3de5d06767638\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" style=\"font-size: 14px;\" \/><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_button button_text=&#8220;Zur\u00fcck&#8220; _builder_version=&#8220;4.5.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; button_url=&#8220;https:\/\/www.doreen-gehrke-verlag.de\/?page_id=340&#8243; button_alignment=&#8220;left&#8220; custom_button=&#8220;on&#8220; button_text_color=&#8220;#000000&#8243; button_border_color=&#8220;#000000&#8243; box_shadow_style=&#8220;preset6&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_button][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.22&#8243;][et_pb_row _builder_version=&#8220;3.25&#8243; background_size=&#8220;initial&#8220; background_position=&#8220;top_left&#8220; background_repeat=&#8220;repeat&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.25&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; link_text_color=&#8220;#515151&#8243; text_orientation=&#8220;justified&#8220;] Noch sind es zwei Minuten bis Kathrins \u00e4ltestes Kind Emilia aufstehen wird. 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Emilia ist schon acht und geht zur Schule. Sie wei\u00df, sie ist verantwortlich f\u00fcr ihre beiden Br\u00fcder. Wieder im Badezimmer wird sie sich noch schnell die Haare k\u00e4mmen und zu einem Pferdeschwanz binden. An den Seiten steckt sich Emilia immer die roten Haarspangen in die Haare, die sie von Oma geschenkt bekommen hat. Oma sagte, so k\u00f6nne Emilia jeden Tag an sie denken und Oma w\u00fcrde jeden Tag an sie denken, weil sie wei\u00df, dass Emilia ihre roten Haarspangen tr\u00e4gt.<\/p><p>Die zwei Minuten sind um. Emilia rollt sich aus ihrem Bett und erledigt ihre Morgenroutine. Danach weckt sie Leon und Max. Der j\u00fcngere von beiden, das kleine M\u00e4xchen, findet es toll, wenn seine gro\u00dfe Schwester ihm schon morgens seine Lieblingsgeschichte erz\u00e4hlt. Erst dann steht er auf, keinen Moment fr\u00fcher. Emilia hilft den Jungs im Badezimmer und beim Anziehen. Ihre Taschen packen sich beide selbst. Max ist ganz stolz auf sich, dass er das schon alleine kann. Als alle drei f\u00fcr Schule und Kindergarten fertig sind, geht Emilia in das Schlafzimmer der Eltern und weckt ihre Mutter. Der Vater ist im Moment nicht zu Hause. Er ist Fernfahrer und sieht seine Kinder nur am Wochenende. Aber Emilia sieht er meistens nur kurz am Samstagnachmittag, wenn er nach seiner anstrengenden Arbeit erholt aufgestanden ist. Denn am Sonntag wird sie von ihrem richtigen Vater abgeholt. Darum nennt Emilia den Mann ihrer Mutter auch Andreas und nicht Vater. Max und Leon verstehen das. Ihre gro\u00dfe Schwester hat es ihnen erkl\u00e4rt.<\/p><p>Emilias Mutter Kathrin stampft ins Badezimmer. Kurz zuvor hat sie ihre Tochter angeschnauzt, sie solle sich endlich mal angew\u00f6hnen, ihrer Mutter nicht ins Ohr zu schreien. Emilia macht sich aus den Worten ihrer Mutter nichts mehr. Sie denkt an ihre roten Haarspangen und geht zu den Jungs in die K\u00fcche. Leon hat die K\u00fchlschrankt\u00fcr in der Hand und guckt, ob er etwas zu essen findet. Der kleine Max lehnt vertr\u00e4umt an einem K\u00fcchenschrank und wartet, dass es zum Kindergarten geht. Dort gibt es sp\u00e4ter Fr\u00fchst\u00fcck f\u00fcr die beiden Jungs. Emilia wei\u00df, dass ihre Mutter nie einkaufen geht. Deshalb hat sie immer eine Packung Kekse bei sich, die sie mit ihren Br\u00fcdern teilt, wenn der Hunger morgens mal ganz gro\u00df ist. Heute ist so ein Morgen.<\/p><p>Es sind Oma und Andreas, die mit den Kindern am Samstagnachmittag einkaufen fahren. Die Kinder lieben ihre Oma. Sie hat eigentlich immer kleine Geschenke dabei und nach dem Einkaufen geht es dann noch zu McDonalds oder Burger King. Die Jungs und Andreas halten sich dort meist in der Spielecke auf. Das findet Emilia gro\u00dfartig. So k\u00f6nnen sie und ihre Oma sich in Ruhe unterhalten.<\/p><p>Leon vernascht gleich drei Kekse auf einmal und steckt sich noch welche in die Tasche. Max ist nicht nach Keksen. Er m\u00f6chte lieber zur\u00fcck ins kuschelige Bett und schlafen. Emilia redet ihm gut zu und meint, er k\u00f6nne sich gleich im Kindergarten noch mal hinlegen. Aber Max beginnt zu quengeln und stampft mit den F\u00fc\u00dfen auf den K\u00fcchenboden. Da holt ihm Emilia sein Lieblingsstofftier aus seinem Bett und versteckt es in seiner Tasche. Max und sie haben jetzt ein Geheimnis, das sie vor ihrer Mutter h\u00fcten m\u00fcssen, da diese es ja nicht mag, wenn die Jungs etwas mit in den Kindergarten nehmen. Max ist auch sofort ruhig, denn er hat mit seiner gro\u00dfen Schwester ein neues Geheimnis. Dieses Spiel mag er immer ganz besonders und grinst vor sich hin.<\/p><p>Minuten sp\u00e4ter steht die Mutter vor den Kindern und fragt, ob alle fertig sind, sie seien wie immer sp\u00e4t dran. Die Kinder nicken. Schuhe haben sie schon an und gehen voraus. Vor dem Haus fegt ihnen ein kalter Wind entgegen und Emilia r\u00fcckt dem wieder quengelnden Max die M\u00fctze zurecht. \u00bbJe mehr wir uns beeilen, desto schneller seid ihr beide im Kindergarten. Dort ist es warm\u00ab, sagt sie und nimmt Max an die Hand. So trabt die Familie zum Kindergarten. Emilia mit Max voraus und Leon dicht hinter ihnen. Wenn es kalt ist, macht Leon das immer so. Im Schutz seiner gro\u00dfen Schwester geht es sich einfach besser. Ach, und hinter den dreien etwas abgeschlagen, trottet ihre Mutter hinterher.<\/p><p>Vor dem Kindergarten wartet schon Beate, Leons Erzieherin. Max ist in einer anderen Gruppe. Aber die Sabine, die f\u00fcr den Kleinsten verantwortlich ist, findet Emilia auch ganz nett. Sie ist froh, dass ihre Br\u00fcder gerne in den Kindergarten gehen, selbst wenn es ihnen manchmal schwerf\u00e4llt, so fr\u00fch aufzustehen. Beate knuddelt die Jungs und fragt deren Mutter, ob sie an den Kuchen denkt, der f\u00fcr die Halloween-Feier am Freitag eingeplant ist. Kathrin nickt und erkl\u00e4rt, dass sie das zeitlich schafft und der Kuchen schon rechtzeitig da sein wird. Emilia guckt versch\u00e4mt zu Boden und denkt an ihre Oma. Wie immer wird sie und nicht ihre Mutter einen ganz tollen Kuchen backen. Emilia wei\u00df das und Beate wei\u00df das auch.<\/p><p>Die Jungs umarmen ihre Schwester und das M\u00e4xchen gibt ihr sogar einen Kuss. Dann laufen beide mit einem \u00bbBis sp\u00e4ter, Mutti\u00ab in das warme Haus. Emilia und ihre Mutter verabschieden sich von Beate und gehen Richtung Einkaufsstra\u00dfe. Die Erzieherin bleibt noch eine Weile in der K\u00e4lte stehen. Andere M\u00fctter und V\u00e4ter bringen ihre Kinder in den Kindergarten und Beate k\u00f6nnte sie alle drinnen im Warmen begr\u00fc\u00dfen. Doch drau\u00dfen kann sie das sehen, was sie eigentlich nicht sehen m\u00f6chte. Aber Emilias Vater braucht Augenzeugen, braucht Beweise. Kurz bevor Emilia mit ihrer Mutter in die Einkaufsstra\u00dfe abbiegt, passiert es auch \u2013 ein Fauststo\u00df gegen Emilias Schulter.<\/p><p>Beate sieht, wie sehr die beiden Jungs ihre Schwester m\u00f6gen und sie wei\u00df, wie sehr sie Emilia brauchen. Jeder sieht das und jeder wei\u00df das, auch deren Mutter. Was soll nur aus ihren Br\u00fcdern werden, wenn Emilia zu ihrem Vater kommt, fragt sich Beate, als sie ins Haus geht.<\/p><p>B\u00e4cker Junge ist Kathrins allmorgendlicher Treffpunkt mit ihren Freundinnen. Dort warten sie schon auf sie und winken ihr zu, als sie Kathrin mit ihrer Tochter sehen. Sie umarmt Emilia, gibt ihr einen Kuss auf die Stirn und fragt, ob sie alles dabei hat. Emilia nickt, dreht sich um und l\u00e4uft w\u00fctend weg. Kathrins Freundinnen kennen das schon und als Kathrin bei ihnen sitzt, fragt Melanie sie auch gleich, ob ihre Tochter wieder nicht aus dem Bett kommen wollte. Kathrin zuckt mit den Schultern und erz\u00e4hlt ihren Freundinnen, sie wisse nicht mehr, was sie machen solle. Emilia zicke nur noch rum, maule den ganzen Tag und bringe sie zur Verzweiflung. Die Frauen bedauern sie. Melanie spricht ihr gut zu und sagt: \u00bbDas ist nur so eine Phase mit der Kleinen. Wenn die Jungs erst einmal gr\u00f6\u00dfer sind, dann wird sie schon ruhiger werden.\u00ab Kathrin f\u00fchlt sich gleich viel besser. Motiviert springt sie von ihrem Platz auf und geht zur Theke, um sich Fr\u00fchst\u00fcck zu bestellen. Einen gro\u00dfen Latte Macchiato und einmal Wikinger Pute, Kathrins Lieblingsbr\u00f6tchen. So beginnt der Tag doch gleich viel entspannter. Keinen Stress am Fr\u00fchst\u00fcckstisch, es muss nichts aufger\u00e4umt werden und mit Erwachsenen kann man sich einfach besser unterhalten.<\/p><p>Unterdessen bei\u00dft Emilia von der Stulle ab, die ihr ihre Freundin Franziska abgibt, wenn Emilia morgens der Magen knurrt. Die M\u00e4dchen treffen sich immer eine Stra\u00dfe weiter. Franzi kann gar nicht glauben, dass Emilias Mutter das ganze Essen, was am Wochenende eingekauft wird, schon die ersten Tage aufgegessen haben soll. Aber sie sieht ja, wie hungrig ihre Freundin manchmal ist und gibt ihr dann gerne ihr Essen. Das f\u00e4llt Franzi auch leicht, weil sie morgens immer viel zu viel ist, wie sie selber sagt. Aber ihre Eltern stehen extra fr\u00fcher auf, damit sie mit ihr und ihrer Schwester fr\u00fchst\u00fccken k\u00f6nnen. Da k\u00f6nne Franzi gar nicht anders, als sich den Haferschleim reinzustopfen, den ihr ihre Mutti morgens kocht. Fr\u00fcher war das nicht so. Aber seitdem sie wei\u00df, was morgens bei Emilia los ist und dass sie und ihre Geschwister kein Fr\u00fchst\u00fcck bekommen, w\u00fcrgt sie sich den Schleim herunter. Ihre Eltern sind ganz erstaunt, wenn ihre Tochter auch mal eine zweite Portion haben will. Meistens ab Mittwoch. Franzi hat ihren Eltern erkl\u00e4rt, dass sie ab Mitte der Woche immer mehr Power br\u00e4uchte, weil sie von den ersten Schultagen schon so gefordert worden w\u00e4re. Franziska und Emilia sind beste Freundinnen.<\/p><p>Kurz vor Beginn der dritten Schulstunde verabschieden sich zwei der Frauen von Kathrin und Melanie, denn sie m\u00fcssen arbeiten. Um zehn Uhr \u00f6ffnen die Gesch\u00e4fte in der Einkaufsstra\u00dfe. Da wird es Zeit, sich auf den Weg zu machen. Kathrin und Melanie w\u00fcnschen den beiden, dass sie den Tag schnell und gut \u00fcberstehen. Sie sollen sich nicht von ihren Chefinnen \u00e4rgern lassen. Die k\u00f6nnen froh sein, dass sie sie haben. Melanie fl\u00fcstert Kathrin ins Ohr: \u00bbOder sie machen krank. Dann guckt Chefin dumm aus der W\u00e4sche.\u00ab Beide lachen und sind bereits voll in ihren Element. Die zwei Frauen haben noch gar nicht ganz das Caf\u00e9 verlassen, da meint Kathrin zu ihrer Freundin, die beiden seien einfach zu doof, um gelassen durchs Leben zu gehen. \u00bbJa, genau\u00ab, stimmt Melanie ihr zu und sagt: \u00bbSie sagen immer, sie brauchen eine Besch\u00e4ftigung und ein bisschen was f\u00fcr die Rente sei ja auch nicht schlecht.\u00ab Sie kichern. \u00bbDa fallen mir aber bessere Besch\u00e4ftigungen ein, als arbeiten zu gehen\u00ab, f\u00fcgt Kathrin hinzu und erz\u00e4hlt Melanie von ihrem neuen Punktestand bei Assassin`s Creed Syndicate, zurzeit ihr Lieblingsspiel mit der XBox One. Melanie ist ein Fan von Soap Operas. Aber nur die amerikanischen, andere k\u00f6nnte man ja nicht gucken. Am besten gef\u00e4llt ihr How I met your Mother, weshalb sie sp\u00e4testens um 12 Uhr zu Hause sein muss. Aber bis dahin wird noch gel\u00e4stert, was das Zeug h\u00e4lt. Jeder Gast, der sich bei B\u00e4cker Junge aufh\u00e4lt, kommt oder geht, ist Zielscheibe ihrer L\u00e4stereien. Dabei wissen sie, dass der eine oder andere Gast mitbekommt, wie sie \u00fcber die Leute herziehen. Es st\u00f6rt sie aber nicht. Nein, selbst dass die Angestellten, die vor deren Augen ihre Arbeit erledigen, h\u00f6ren, wie Kathrin und Melanie \u00fcber sie denken, ist den beiden v\u00f6llig egal.<\/p><p>Da betritt eine Frau den B\u00e4cker, die Kathrin bekannt vorkommt. Sie wei\u00df nicht, wie die Frau hei\u00dft, aber dass sie in der Stra\u00dfe wohnt, wo ihre beiden Jungs in den Kindergarten gehen. Kathrin stupst Melanie an die Schulter und sagt: \u00bbGuck mal, Mel, die Frau, die gerade reingekommen ist. Die da mit dem schwarzen Rucksack.\u00ab \u00bbJa, sehe ich. Was ist mit der?\u00ab \u00bbNa, das ist die, von der ich dir mal erz\u00e4hlt habe. Die Alte, die mich angemacht hat, als die Kleine \u00fcber ihre Beine gestolpert und hingefallen ist.\u00ab \u00bbAch, die ist das?! Na, die sieht ja schei\u00dfe aus!\u00ab, findet Melanie. Die beiden Frauen kichern.<\/p><p>An der Theke hat sich ein Stau gebildet, weil kurz zuvor eine gr\u00f6\u00dfere Gruppe von Senioren das Gesch\u00e4ft betreten hat. Sicher eine Reisegruppe, wie Kathrin meint. \u00bbDie Alten kriegen ja alle noch gut Rente. Unsere Generation schuftet sich zu Tode und wird nicht ansatzweise so viel ausgezahlt bekommen wie die. Die k\u00f6nnen shoppen, die Alten.\u00ab \u00bbJa, das sage ich dir. Das ist die Kaufkraft schlechthin. Es gibt Leute, die verdienen sogar weniger als welche, die heute eine Mini-Rente kriegen. Und die einfachen Arbeiter, die m\u00fcssen dann im Alter auf der Stra\u00dfe leben. Das wird so kommen.\u00ab \u00bbJa, das ist echt zum Kotzen. Wozu \u00fcberhaupt noch arbeiten gehen?!\u00ab Ein \u00e4lteres P\u00e4rchen, das nur einen Tisch von ihnen entfernt ihren Kaffee schl\u00fcrft, dreht sich emp\u00f6rt um. Die Frau mustert die Freundinnen, runzelt nur kurz mit der Stirn und wendet sich wieder ihrem Mann zu.<\/p><p>\u00bbUnd wei\u00dft du, was deine Busenfreundin so macht? Hat die Arbeit?\u00ab, fragt Melanie und zeigt dabei auf die Frau, von der Kathrin gesprochen hat. \u00bbIch habe geh\u00f6rt, sie soll von zu Hause aus arbeiten. Das h\u00e4tten ihre Nachbarn erfahren, als sie den Vermieter mal gefragt haben. Der wisse aber nicht, was sie macht. Nur, dass die Miete nicht vom Amt kommt.\u00ab Beide starren die Frau an. Das bemerkt sie, als sie endlich bedient wird. Die Frau bestellt vier Hansebr\u00f6tchen und ein Franzbr\u00f6tchen. \u00bbF\u00fcr die n\u00e4chsten zwei Tage und das Franzbr\u00f6tchen zum Naschen\u00ab, glaubt Kathrin zu wissen und beide Frauen kichern wieder. Als die junge Frau bezahlt hat und ihre T\u00fcte Br\u00f6tchen von der Theke nimmt, dreht sie sich zu den beiden Freundinnen und macht demonstrativ eine Handbewegung, die zeigen soll, sie bemerke deren Getratsche. Melanie ahmt die Frau nach und ber\u00fchrt mit ihrem Daumen ihre Finger, immer auf und ab. Die Frau grinst und verl\u00e4sst das Gesch\u00e4ft.<\/p><p>\u00bbAlso, das ist ja eine arrogante Kuh!\u00ab, zischt Melanie sichtlich ver\u00e4rgert ihrer Freundin zu. \u00bbWas glaubt die, wer die ist?\u00ab \u00bbNa ja, wahrscheinlich denkt sie, sie sei was Besseres. Aber wei\u00dft du, wenn die tats\u00e4chlich selbstst\u00e4ndig ist und von zu Hause aus arbeitet, dann ist sie sicher den ganzen Tag mit ihrer Arbeit besch\u00e4ftigt. Also, ich habe sie jedenfalls noch nie mit einem Mann gesehen, der sie finanziell unterst\u00fctzen k\u00f6nnte\u00ab, wei\u00df Kathrin zu berichten. \u00bbAch, solche Weiber sind ja noch bescheuerter als unsere beiden Boutiquen-Spezis. Da haben wir es doch viel besser.\u00ab<\/p><p>Bis etwa halb zw\u00f6lf sitzen beide bei B\u00e4cker Junge und spulen ihre Vormittagsroutine ab, ganz entspannt ohne Zeitdruck. Als sich beide \u00fcberschw\u00e4nglich verabschieden, fl\u00fcstert Melanie ihrer Freundin ins Ohr, ihr s\u00fc\u00dfes Geheimnis sei bei ihr sicher. Kathrin und Melanie sind beste Freundinnen.<\/p><p>Zu Hause macht es sich Kathrin im Wohnzimmer auf der Couch gem\u00fctlich. Vorher war sie noch schnell im Supermarkt und hat sich etwas zum Naschen gekauft. Das macht sie immer, wenn sie wei\u00df, sie m\u00f6chte den Nachmittag mit ihrer XBox One verbringen. Schokolade, Gummib\u00e4rchen oder Chips. Heute sind es die Chips, sch\u00f6n scharf mit vier Chilischoten auf der T\u00fcte. Viel wichtiger als die Nascherei ist nat\u00fcrlich die Ruhe. Die Ruhe vor dem Sturm, wie Kathrin so gerne sagt. Emilia wird bis vier Uhr im Hort sein und die Jungs werden auch so um die gleiche Zeit von ihrer Oma abgeholt. Gut, dass meine Mutter noch arbeitet, sagt sich Kathrin manchmal. Wenn sie noch solange arbeite bis die Kleinsten aus dem Gr\u00f6bsten raus sind, dann ginge das schon.<\/p><p>Nach etwa einer halben Stunde, als Kathrin gerade so sch\u00f6n in Fahrt ist, steht pl\u00f6tzlich ihr Mann neben ihr. Vor Schreck erstarrt, fragt sie sich, was er jetzt wohl sagen wird. Andreas ist fassungslos. Er zuckt mit den Schultern, sch\u00fcttelt den Kopf und tigert von T\u00fcr zum Fenster und wieder zur\u00fcck zur T\u00fcr. Schlie\u00dflich sagt er: \u00bbMir hast du gesagt, du w\u00fcrdest die ganze Zeit Bewerbungen schreiben und leider immer nur Absagen bekommen. Wer wei\u00df, ob du dich \u00fcberhaupt irgendwo beworben hast. Geh\u00f6rt habe ich jedenfalls etwas anderes und ganz offensichtlich stimmt das.\u00ab \u00bbWas hast du denn geh\u00f6rt?!\u00ab, fragt Kathrin mit zittriger Stimme. \u00bbLetzten Samstag habe ich zum ersten Mal deiner Mutter mal richtig zugeh\u00f6rt und \u2026\u00ab \u00bbAch, meine gute Mutter!\u00ab \u00bbJa, deine gute Mutter. Beinahe 60 Jahre alt, hat ihr Leben lang gearbeitet und wird das auch noch die n\u00e4chsten Jahre tun. Genau die, die mir schon seit Jahren in den Ohren liegt, du w\u00fcrdest dich nicht gut um unsere Kinder k\u00fcmmern.\u00ab \u00bbIch k\u00fcmmere mich sehr wohl um die!\u00ab \u00bbHalt deinen Mund und h\u00f6r mir gef\u00e4lligst zu\u00ab, schreit Andreas aus voller Kehle. \u00bbUnd was hei\u00dft hier die?! Ich habe nicht nur mit deiner Mutter gesprochen, sondern auch mit Emilia \u2026\u00ab \u00bbAch, Emilia!\u00ab \u00bbJa, deine Tochter Emilia. Dein eigenes Fleisch und Blut, das du auch mal schl\u00e4gst, wie mir gerade vor ein paar Minuten die eine Erzieherin vom Kindergarten erz\u00e4hlt hat. Birgit oder Beate oder wie auch immer sie hei\u00dft. Sie hat heute erst wieder gesehen, wie du Emilia an die Schulter geboxt hast.\u00ab \u00bbDas war nichts\u00ab, entgegnet Kathrin. \u00bbNein, wahrscheinlich schl\u00e4gst du auch mal anders zu. Und \u2026\u00ab \u00bbUnd was, und was?!\u00ab Kathrin ist von der Couch aufgestanden und steht nun vor ihrem Mann, die H\u00e4nde auf die H\u00fcften gestemmt. \u00bbIch habe auch mit den Jungs gesprochen. Sie w\u00fcrden ohne Fr\u00fchst\u00fcck das Haus verlassen. Sobald sie im Kindergarten sind, meinte die Erzieherin, w\u00fcrden sie schon nach dem 10 Uhr Fr\u00fchst\u00fcck fragen. Und heute hatte Leon wieder Kekse dabei, die ihm seine gro\u00dfe Schwester mitgegeben hat und die er sich dann mit seinem Bruder geteilt hat.\u00ab Da begann Andreas zu weinen. \u00bbAch, jetzt h\u00f6r doch auf zu flennen und sei mal ein Mann!\u00ab \u00bbIch h\u00e4tte nie gedacht, dass mir das passiert.\u00ab \u00bbJa, jetzt denkst du wieder nur an dich.\u00ab Kathrin verh\u00f6hnt ihren Mann und \u00e4fft sein Weinen nach. Belustigt l\u00e4sst sie sich auf die Couch fallen und nimmt sich ein paar Chips. \u00bbH\u00f6r mal, Kathrin. Wenn du psychologische Hilfe brauchst, dann bekommst du sie.\u00ab \u00bbWas soll das denn jetzt?! Denkst du, ich habe eine Macke, nur weil ich nicht arbeiten gehen will?\u00ab Andreas sch\u00fcttelt den Kopf. \u00bbNein, Kathrin. Dass du nicht arbeiten gehen willst, ist dein kleinstes Problem. Ich rede hier von Vernachl\u00e4ssigung und Misshandlung.\u00ab \u00bbAha, du hast dich wohl beraten lassen.\u00ab \u00bbJa, das habe ich allerdings.\u00ab Da wird Kathrin auf einmal ganz ruhig und guckt ihren Mann erwartungsvoll an. Als dieser dann die M\u00f6glichkeit anspricht, neben einem Psychologen auch zu einem Eheberater gehen zu k\u00f6nnen, springt sie von der Couch auf und br\u00fcllt: \u00bbDu sagst mir nicht, was ich machen soll! Es wird alles sch\u00f6n so weitergehen wie bisher. Andernfalls schmei\u00df ich dich raus und du wirst deine Kinder nur noch am Wochenende sehen. Und ob du diesen Stress haben willst, das werden wir ja sehen. Jetzt, da ich wieder schwanger bin.\u00ab Andreas l\u00e4chelt und nickt dabei. \u00bbWas grinst du so? Glaubst du nicht, dass ich ein Kind erwarte?\u00ab \u00bbDoch Kathrin, das glaube ich dir sofort.\u00bb<\/p><p>Unverk\u00e4ufliche Texte von Doreen Gehrke. Die Verwendung dieser Texte, ob nun auszugsweise oder in vollem Umfang, ist ohne schriftlicher Zustimmung von Doreen Gehrke urheberrechtswidrig. Auch eine \u00dcbersetzung der Texte sowie die Verwendung in elektronischen Systemen ist strafbar.<\/p>","_et_gb_content_width":"","_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2},"jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[42],"tags":[49],"class_list":["post-548","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-texte","tag-texte"],"acf":[],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9Ec4h-8Q","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.doreen-gehrke-verlag.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/548","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.doreen-gehrke-verlag.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.doreen-gehrke-verlag.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.doreen-gehrke-verlag.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.doreen-gehrke-verlag.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=548"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.doreen-gehrke-verlag.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/548\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4514,"href":"https:\/\/www.doreen-gehrke-verlag.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/548\/revisions\/4514"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.doreen-gehrke-verlag.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=548"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.doreen-gehrke-verlag.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=548"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.doreen-gehrke-verlag.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=548"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}