»Dennoch liebt sie die Welt, weil sie so roh und unverwüstlich ist, und sie weiß, dass auch andere Menschen sie lieben müssen, Arme ebenso Reiche, auch wenn sich niemand näher zu den Gründen äußert. Wieso kämpfen wir sonst so um unser Leben, egal wie hinfällig und leidend wir sind?«, über Clarissa Vaughn aus Michael Cunninghams »Die Stunden« 1998; übersetzt von Georg Schmidt, btb Verlag, Ausgabe 2012

»Sie versteht sich auf die menschliche Natur; und sie verfügt über so viel gesunden Menschenverstand und Erfahrung, dass sie als Gefährtin den vielen unendlich überlegen ist, die zwar die beste Erziehung der Welt erhalten haben, aber nichts wissen, was der Rede wert ist. Nennen Sie es meinetwegen Klatsch, aber wenn Schwester Rooke mir eine halbe Stunde ihrer Zeit schenkt, hat sie bestimmt etwas Unterhaltsames und Lehrreiches zu erzählen, wodurch man die Gattung Mensch besser kennenlernt.«, sagt Mrs. Smith zu Anne aus Jane Austens »Überredung« 1818; übersetzt von Ursula und Christian Grawe 1983, Reclam Verlag, Ausgabe 2017

»Die Wahrheit nämlich ist dem Menschen zumutbar.«, Ingeborg Bachmann 1959, aus der Dankrede bei der Entgegennahme des „Hörspielpreises der Kriegsblinden“ am 17.03.1959 im Bundeshaus in Bonn; in Werke Band 4, Piper Verlag 1978

»In der Welt der Kunst ist Überzeugung alles. Ist man von der Authentizität eines Werkes überzeugt, dann hat es diesen Wert – wie immer die Wahrheit dahinter aussehen mag.«, Noah Charney 2015, aus »Original Meisterfälscher – Ego, Geld & Größenwahn«; übersetzt von Barbara Sternthal, Brandstätter Verlag

»Abgesang – man sieht, wie die Wahrheit im Kopf ihre eigene Wolke fremde Koffer zieht.«, Herta Müller 2014, aus »Mein Vaterland war ein Apfelkern – ein Gespräch mit Angelika Klammer«, Carl Hanser Verlag

»Und da wo die Herzen weit sind, da ist auch das Haus nicht zu eng.«, Johann Wolfgang von Goethe 1828, »Goethe`s Werke Band 3«, Gotta`sche Buchhandlung, Stuttgart

»Wie auch immer ich es überlegen mag, es ergibt sich doch stets als Resultat, dass in erster Linie immer ich selbst an allem schuld bin, und zwar, was das Schmerzlichste ist, unschuldigerweise daran schuld bin, sozusagen nach den Naturgesetzen.«, Fjodor Dostojewski 1864, aus »Aufzeichnungen aus dem Kellerloch«; übersetzt von Herrmann Röhl 1921, Insel Verlag, Ausgabe Anaconda Verlag, 2008

»Ich fühle mich mit allen Frauen verbunden, die ihr Leben auf sich nehmen und dafür kämpfen, dass es glücklich wird.«, Simone de Beauvoir 1967, aus »Eine gebrochene Frau«; übersetzt von Ulla Hengst 1976, Rowohlt Taschenbuch