Von Groll und Donner ist befreit die Fläche
Durch des Friedens ermunternden Blick.
Es keimt im Tale wieder Hoffnung, wieder Glück.
So endlich, der Krieg in seiner Schwäche
Ist geschlagen und floh in die Berge zurück.

Von dort her zeigt er sich, versteckend nur,
Als ohnmächtiges Brennen aufflackernder Kerzen –
Vereinzelt, kleine Nester in weiter Flur.
Aber der Frieden, der duldet keine Schmerzen –
Im Tale regt sich wieder das Leben,
Denn der Frieden nahm dem Tod sein Leben.

Doch fehlt es an Farbe, es fehlt hier und es fehlt dort,
Denn viele Menschen bleiben, bleiben für immer fort.

Wende, so endlich deinen Blick von diesem Berge,
Schaue zum Tale, aber auch stets in die weite Ferne!

Aus Löchern, aus Gräben kriechen sie hervor –
Die Menschen zum wärmenden Sonnenlicht empor.
Der helle Schein der Sonne strahlt von fern
Am Tage der Auferstehung des Herrn.
Aber sie sind selber auferstanden
Aus Asche, Schutt und Trümmern.
Sie sind selber auferstanden
Aus der Hölle. Aber für immer?

Sieh nur, sieh! Es blendet wie das Glitzern der Meere,
Wenn das Sonnenlicht auf ruhiges Wasser trifft.
Sieh nur, sieh! Es fallen die Gewehre,
Wenn das Tier im Menschen seine Furcht wegwirft.

Und, Hand in Hand bis zum letzten Mann
Stehen sie zusammen, schreiten sie voran.
Selbst von des Berges Höhen kommen sie heran,
Denn sie gehörten zueinander von jeher an.

Ich höre leises, noch verängstigtes Lachen –
Sie fragen sich: Was sollen wir jetzt machen?
Ausgebrannt, doch erleichtert sind Groß und Klein –
Sie sagen sich: Jetzt bin ich wieder Mensch, jetzt werde ich wieder sein!

Unverkäufliches Gedicht von Doreen Gehrke. Die Verwendung dieses Gedichts, ob nun auszugsweise oder in vollem Umfang, ist ohne schriftlicher Zustimmung von Doreen Gehrke urheberrechtswidrig. Auch eine Übersetzung des Gedichts sowie die Verwendung in elektronischen Systemen ist strafbar.