Von ausgezehrten Kindern in der zerstörten Stadt
Es kommt mir vor, als sei es täglich Nacht
Kein Licht am Horizont zeigt einem den Weg
Raus aus dem Krieg, den keiner versteht

Von ausgezehrten Kindern in der zerstörten Stadt
Mich verfolgen, mich begleiten, Tag und Nacht
Für sie scheint es, gibt es nur den einen Weg
Sie bleiben im Krieg, den keiner versteht

Von ausgezehrten Kindern in der zerstörten Stadt
Haben keine Freiheit, nicht bei Tag und nicht bei Nacht
Nach links, nach rechts, geradeaus, führt kein Weg
Verschanzen sich, verstecken sich, im Krieg, den keiner versteht

Von ausgezehrten Kindern in der zerstörten Stadt
Gejagt, beschossen, ausgebombt, in der schwarzen Nacht
Und selbst am Tage gibt es keinen Weg
Raus aus der Stadt und raus aus dem Krieg, den keiner versteht

Von ausgezehrten Kindern in der zerstörten Stadt
Haben sich arrangiert, ganz und gar, bei Tag und auch bei Nacht
Suchen Essen, suchen Trinken und manchmal finden sie einen Weg
Zu überleben, zu weiterleben und zu bleiben, in diesem Krieg, den keiner versteht

Von ausgezehrten Kindern in der zerstörten Stadt
Suchen sich, finden sich im Unterschlupf und sind zusammen in der Nacht
Am Tage dann kreuzen sie, wie vielen anderen, meinen Weg
Sind freundlich, lachen sogar, halten dich fest, in diesem Krieg, den keiner versteht

Von ausgezehrten Kindern in der zerstörten Stadt
Bunkern meine Schokolade, mein Obst, mein Brot, in der Nacht
Hoffen auf ein Frühstück am nächsten Morgen und hoffen auf einen Weg
Raus aus dem Krieg und raus aus diesem Leben, das keiner versteht

Von ausgezehrten Kindern in der zerstörten Stadt
Mit großen Augen, eingefallenen Gesichtern träume ich jede Nacht
Fand ihn nicht und suche ich noch immer, meinen Weg
Raus aus dem Krieg und hinein in mein Leben, das ich nicht mehr versteh

Von ausgezehrten Kindern in der zerstörten Stadt
Schwirren Zukunftsängste in meinem Kopf, bei Tag und auch bei Nacht
Grübele, frage mich, werden sie finden ihren Weg?
Raus aus dem Krieg und hinein in ein Leben, wie soll man das verstehen?

 

Unverkäufliches Gedicht von Doreen Gehrke. Die Verwendung dieses Gedichts, ob nun auszugsweise oder in vollem Umfang, ist ohne schriftlicher Zustimmung von Doreen Gehrke urheberrechtswidrig. Auch eine Übersetzung des Gedichts sowie die Verwendung in elektronischen Systemen ist strafbar.